Neubau kindertagesstätte

Biberach | hauderboschen, 2021 - 2022

Aussenaufnahme aus Richtung Krankenhaus Biberach
Aussenaufnahme aus Richtung Krankenhaus Biberach

STÄDTEBAU UND NUTZUNGSKONZEPT

 

Die Kindertagesstätte mit Kapazität für sechs Gruppen bildet den Auftakt in das neue Quartier am Hauderboschen in Biberach. Die städtebauliche Setzung des zweigeschossi­gen Baukörpers definiert die Adressbildung am Eingang zum Quartier. Durch die Gebäudeform bildet sich ein ausgebildeter geschützter Außenbereich, zu dem sich die Gruppen- und Gemeinschaftsräume öffnen. Dabei bildet der Baukörper eine natürliche Barriere zwischen der stark befahrenen Straße und den schutzbedürftigen Räumen und der Freianlage auf der Südseite des Gebäudes, welche sich zur neuen Siedlung hin orientieren.

 

Neben der städtebaulichen Setzung bietet auch das Nutzu­ngskonzept eine Verzahnung mit der Siedlung an: Während der südliche Gebäudeflügel im Normalbetrieb von den Kin­dern als Speise- und Bewegungsraum genutzt wird, bi­etet dieser mehrfach kodierte Raum in den Abendstunden und am Wochenende der Bevölkerung die Möglichkeit für Vereine, Wahlen und Gemeindeabende genutzt zu werden. Eine mobile Trennwand ergänzt dabei die Flexibilität dieses Raumes.

 

Das Herzstück der Kindertagesstätte sind die Kinder, denen sechs Gruppenbereiche zugewiesen sind. Für Kinder im Al­ter von ein bis sechs Jahren stehen den Bedürfnissen der unterschiedlichen Altersgruppe angepasste Räumlichkeiten zur Verfügung. Über direkte Ausgänge sind diese an den Laubengang und den Außenbereich angebunden.

 

 

hOLZBAU UND GEBÄUDEKLIMA

 

Die Planung der Kindertagesstätte in Holzständerbauweise mit Holzmassivdecken wurde als integrale Planung mit BIM durchgeführt. Die Fachingenieure schrieben dabei ihre Mod­elle in das Architekturmodell ein. Diese integrative Planung half dabei, die externen Faktoren, die die Planung stark bee­influssten zu meistern. Neben den baulichen Anforderungen an Brand- und Schallschutz war die Planungsphase durch eine europaweite Preissteigerung im Holzpreis um bis zu 500 Prozent. Starke konjunkturelle Erholung nach der Corona-Pan­demie, hohe Schädlingsbelastungen der Wälder durch den Klimawandel und wirtschaftspolitische Entscheidungen wich­tiger Nationen im internationalen Holzhandel wie den USA, Kanade und Russlands hatten diese Preissteigerung zur Folge. Um die vorliegende Bauaufgabe unter diesem wirtschaftli­chen Druck realisieren zu können, wurden alle Holzdecken in ihrer statischen Dimension minimiert. Dieser intensive Planung resultierte in einer Reduktion der benötigten Holzmenge für die Decken von 525 m³ auf 390 m³ und ermöglichte eine wirtschaftliche Realisierung des Projektes.

 

Das energetische Konzept des Gebäudes basiert auf der Idee der konstruktiven Optimierung. Der auf der Ost- und Südseite vorgestellte Laubengang minimiert im Sommer den solaren Eintrag in das Gebäude über die Gartenfassade wohingegen im Winter durch die tiefstehende Sonne solare Einträge gen­eriert werden (vgl. Fassadenschnitt auf folgender Seite). Die Oberlichter sowie die Fenster hinter den Holzlamelle bieten die Möglichkeit der Nachtauskühlung bei gleichzeitigem Ein­bruchschutz während der unbesetzten Phase der Gebäude­nutzung.

 

Ergänzt wird dieses energetische Konzept durch eine Flächen­heizung über den Fußboden. Die Solarpaneele auf dem ex­tensiv begrünten Dach erzeugen den Strom, der während des Betriebs für die Nutzung des Gebäudes bereitsteht und in den restlichen Tagen in das öffentliche Netz eingespeist wird.

 

 

Planung


Die Planung der Kindertagesstätte in Holzständerbauweise mit Holzmassivdecken wurde als integrale Planung mit BIM durchgeführt. Die Fachingenieure schrieben dabei ihre Mod­elle in das Architekturmodell ein. Diese integrative Planung half dabei, die externen Faktoren, die die Planung stark bee­influssten zu meistern. Neben den baulichen Anforderungen an Brand- und Schallschutz war die Planungsphase durch eine europaweite Preissteigerung im Holzpreis um bis zu 500 Prozent. Starke konjunkturelle Erholung nach der Corona-Pan­demie, hohe Schädlingsbelastungen der Wälder durch den Klimawandel und wirtschaftspolitische Entscheidungen wich­tiger Nationen im internationalen Holzhandel wie den USA, Kanade und Russlands hatten diese Preissteigerung zur Folge. Um die vorliegende Bauaufgabe unter diesem wirtschaftli­chen Druck realisieren zu können, wurden alle Holzdecken in ihrer statischen Dimension minimiert. Dieser intensive Planung resultierte in einer Reduktion der benötigten Holzmenge für die Decken von 525 m³ auf 390 m³ und ermöglichte eine wirtschaftliche Realisierung des Projektes.

 

Das energetische Konzept des Gebäudes basiert auf der Idee der konstruktiven Optimierung. Der auf der Ost- und Südseite vorgestellte Laubengang minimiert im Sommer den solaren Eintrag in das Gebäude über die Gartenfassade wohingegen im Winter durch die tiefstehende Sonne solare Einträge gen­eriert werden (vgl. Fassadenschnitt auf folgender Seite). Die Oberlichter sowie die Fenster hinter den Holzlamelle bieten die Möglichkeit der Nachtauskühlung bei gleichzeitigem Ein­bruchschutz während der unbesetzten Phase der Gebäude­nutzung.

 

Ergänzt wird dieses energetische Konzept durch eine Flächen­heizung über den Fußboden. Die Solarpaneele auf dem ex­tensiv begrünten Dach erzeugen den Strom, der während des Betriebs für die Nutzung des Gebäudes bereitsteht und in den restlichen Tagen in das öffentliche Netz eingespeist wird.

 

 



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